Was hat es mit Karfreitag auf sich?

Der Karfreitag ist Teil der Osterwoche. Er folgt dem Gründonnerstag und ist in der christlichen Welt der Tag des Leidens und Sterbens Christi. In Erwartung der Auferstehung gedenken Christen des Kreuztodes Jesu. Erst durch seinen Tod, in dem er alle Sünden auf sich nahm, und mit seiner Auferstehung wird die Sündenvergebung und damit das ewige Leben möglich.

Den Termin für Ostern 2017 finden Sie hier.

stilisiertes Bild der KreuzigungDer Begriff Karfreitag geht auf das althochdeutsche Wort „chara“ zurück, das „Wehklage“ und „Trauer“ bedeutet.

Angesichts des Todes des Herrn unterscheidet sich die Karfreitagsliturgie in den christlichen Kirchen von jener anderer Feiertage. Der Hauptgottesdienst am Freitag ist Teil der Dreitagefeier, die als einziger Gottesdienst betrachtet wird und in der Gesamtheit das höchste Fest im Kirchenjahr bedeutet.

Ablauf der Gottesdienste

Der katholische Karfreitagsgottesdienst beginnt in der Regel um 15 Uhr, dem Todeszeitpunkt Jesu. Es gibt keine liturgische Eröffnung und keinen Weihrauch. Der Altar ist schmucklos, und es brennt kein ewiges Licht. Triptychen sind zugeklappt, Kreuze verhüllt. Der Wortgottesdienst enthält die Passion und die Großen Fürbitten. Am Karfreitag findet keine Eucharistiefeier statt. Der Legende nach fliegen die Glocken in der Nacht vom Gründonnerstag auf Karfreitag nach Rom, um vom Papst gesegnet zu werden, weswegen an Karfreitag keine Glocken läuten. Tatsächlich jedoch ist der Karfreitag ein „stiller“ Feiertag, weswegen nicht nur das Läuten der Glocken stören würde, auch die Orgel wird nicht gespielt.

In evangelischen Gottesdiensten und zunehmend auch bei katholischen Feiern wird häufig ein Passionsoratorium aufgeführt. Statt der Glocken rufen Ratschen oder Klappern zum Gottesdienst.

In einigen Regionen sind Karfreitagsprozessionen üblich. Besonders eindrucksvoll sind die Prozessionen in Andalusien und Sizilien. Auch in Deutschland finden, beispielsweise in Lohr, in Bensheim oder in Bad Cannstatt, Prozessionen statt. Geschichtlich hat sich der Karfreitag etwa im 4. Jahrhundert aus Kreuzwegprozessionen entwickelt.

Die liturgische Farbe ist als Symbol des Leidens und Sterbens Christi rot.

Karfreitag als Feiertag

In der protestantischen Kirche dauerte es bis zum 19. Jahrhundert, bis sich der Karfreitag zum höchsten aller Feiertage entwickelt hatte und dabei zu einem Mittel des Kulturkampfes wurde. Karfreitag wurde in Preußen zum Feiertag bestimmt, doch sollte in Gemeinden mit überwiegend katholischer Bevölkerung die Werksarbeit nicht verboten werden - weswegen katholische Bauern um Osnabrück demonstrativ den Mist auf die Felder fuhren oder im katholischen Hohenzollern die Küchen geweißt wurden.

Heute ist der Karfreitag in ganz Deutschland ein gesetzlicher Feiertag, an dem öffentliche Veranstaltungen weitgehend verboten sind.

Daten Karfreitag:

  • 2017: 14. April
  • 2018: 30. März
  • 2019: 19. April
  • 2020: 10. April
  • 2021: 02. April

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